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Die Bohrlochmethode

Die Bohrlochmethode eignet sich ausgezeichnet für die Beimpfung von Stubben.
Mit einem Schlangenbohrer werden Stubben (Baumstumpf mit Wurzelwerk) im Abstand von 5 cm mit Löchern von 10–12 cm Tiefe versehen. Es kann von oben in die Schnittstelle und auch seitlich in den Stamm gebohrt werden. Ein Bohrlochdurchmesser von etwa 16–22 mm wird empfohlen. Die Anzahl der Impfstellen sollte nicht zu gering sein – 10–20 Löcher für einen mittleren Stammdurchmesser genügen. Die zerbröckelte Getreidebrut wird dann vorsichtig mit einem Stäbchen eingefüllt und verschlossen. Zum Verschließen kann man Holzplättchen oder Korken verwenden.

Unser Tipp: In Baumärkten sind Buchenrundstäbe mit passenden Durchmessern verfügbar. Die Stäbchen werden in Scheiben geschnitten (5–10 mm) und dienen zum Verschluss der Bohrlöcher. Zusätzlich sollten die Impfstellen mit Wachs überstrichen werden. Zum Einfüllen der Brut ist ein Trichter praktisch.

Es ist wichtig, nicht zu lange mit der Beimpfung zu warten – der Erfolg der Besiedlung sinkt, je älter eine Stubbe ist. Optimale Bedingungen hat der Pilz bei frisch entstanden Stubben (bis zu 3 Monate nach dem Fällen). Später haben sich schon andere Holz zersetzende Pilze angesiedelt und eine Beimpfung mit dem Kulturpilz wird schwieriger. Die Schnittflächen werden nach der Beimpfung mit Moos abgedeckt.

Die Bohrlochmethode kann auch zielführend für Pilzarten sein, die etwas schwieriger in Kultur zu nehmen sind. Reishi und Igelstachelbart können mit dieser praktischen Methode ebenfalls gut kultiviert werden.
Hat man nicht das optimale Holz für die gewählte Pilzart verfügbar, kann diese Methode eine gute Alternative darstellen. So wächst der Shiitake gerne auf Buche und Eiche, kann aber mit der Bohrlochmethode ebenfalls auf Birkenstämmen angebaut werden.
Gute Erfolge gibt es auch bei im Pilztopf eingegrabenen Reishistämmen, die im Pilzhaus zum Fruchten aufgestellt werden. Eine erfreuliche üppige Ernte ist hier nach das Ergebnis.


Benötigte Materialien für die Bohrlochmethode
• Getreidepilzbrut
• Akkubohrmaschine mit Schlangenbohrer (Bohrdurchmesser: 16–22 mm)
• Stäbchen für ein erleichtertes Einfüllen
• Trichter zum Befüllen der Bohrlöcher
• Hammer
• Buchenscheibchen (in Wachs getaucht) oder später mit Wachs überstrichen
• Moos (zum Abdecken der Schnittfläche)
• Tacker (zum Befestigen des Mooses)

Bei einem Stammdurchmesser von 20-35 cm werden etwa 40 Bohrungen pro Stamm (1-metrig) empfohlen. Es können etwa 3-4 Stämme mit mittleren Stammdurchmesser mit 2 Liter Getreidebrut beimpft werden.

Beschriften

Gleich nach der Beimpfung werden die Stämme beschriftet. Es hat sich bewährt dazu Aluplättchen zu verwenden. Pilzart und Beimpfungsjahr werden eingeritzt oder mit Kugelschreiber auf weichem Untergrund eingedrückt.Verwenden Sie bitte keinen Textmarker, dieser ist nicht dauerhaft.

 

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