Schneckenschutz im Pilzgarten

Schneckenschutz im Pilzgarten

Pilze mögen es feucht – Schnecken leider auch. Gerade in den warmen Sommermonaten können die gefräßigen Gartenbewohner deshalb schnell zur Herausforderung werden. Besonders junge Pilzfruchtkörper stehen bei ihnen hoch im Kurs. Damit von deiner Pilzernte auch noch etwas für dich übrig bleibt, lohnt sich ein guter Schneckenschutz.

Welche Pilze sind besonders gefährdet?

Vor allem Pilzarten, die während der warmen Jahreszeit fruchten, können stärker von Schneckenfraß betroffen sein. Dazu zählen etwa Sommerseitling, Gelber Austernseitling, Igelstachelbart und Reishi.

Besonders junge Fruchtkörper können innerhalb kurzer Zeit stark angefressen werden. Sobald sich die ersten kleinen Pilze am Stamm zeigen, solltest du deine Erdkulturen deshalb regelmäßig kontrollieren.

Pilzarten, die hauptsächlich im kühleren Frühjahr oder Herbst fruchten, sind meist weniger stark betroffen. Aber auch hier gilt: Schnecken halten sich nicht immer an unsere Pläne.

Gartenvlies als einfache Alternative

Gerade wenn sich die ersten Pilzbabys zeigen, lohnt sich ein täglicher Kontrollgang durch den Pilzgarten. Wer keinen Schneckenzaun bauen möchte, kann seine Pilzstämme mit Gartenvlies schützen.

Das Vlies (ideal: weißes Schlauchvlies/Tomatenvlies aus dem Baumarkt) wird über den Pilzstamm gestülpt (siehe SKIZZE und Fotos). Unter wird das Ende des Vlieses mit einem Gummiband um den Stamm fixiert, oben (mit etwas Luft und Raum für die Pilze wie eine Puddelmütze zusammengerafft. Sobald die Pilze erntereif sind, kann das Vlies wieder entfernt werden. Gießen kann man die Pilze auch durch das Vlies. Gleichzeitig kann ein feuchtes Gartenvlies empfindliche Pilze wie den Igelstachelbart während trockener Phasen vor dem Austrocknen schützen.

Am besten: eine echte Barriere

Unsere Erfahrung zeigt: Ein Schneckenzaun ist ebenfalls eine zuverlässigste Lösung.

Sehr gut funktionieren Schneckenzäune aus gebogenem Blech. Durch die speziell abgewinkelte Oberkante wird es für Schnecken schwierig, die Barriere zu überwinden. Dabei kannst du entweder einzelne Pilzstämme oder gleich einen kleinen Bereich deines Pilzgartens einzäunen.

Wichtig: Kontrolliere vor dem Aufstellen, ob sich innerhalb des Zaunes bereits Schnecken verstecken. Sonst hast du sie gleich mit eingezäunt.

 

Schafwolle und Kupferband?

Auch Schafwolle oder Kupferband werden häufig als Schneckenschutz empfohlen. Nach unserer Erfahrung sind diese Methoden bei Pilzkulturen jedoch deutlich weniger zuverlässig als ein richtiger Schneckenzaun.

Feuchtigkeit, Verschmutzung oder Pflanzenreste können solche Barrieren außerdem schnell überbrückbar machen.

Als zusätzliche Maßnahme sind sie einen Versuch wert – als alleinigen Schutz für besonders schmackhafte Pilzfruchtkörper würden wir uns darauf aber nicht verlassen.

Lieber ohne Schneckenkorn

Bei unseren essbaren Pilzkulturen setzen wir bevorzugt auf mechanischen Schneckenschutz und verzichten im unmittelbaren Bereich der Pilzstämme auf herkömmliches chemisch-synthetisches Schneckenkorn.

Je nach Produkt kommen bei Schneckenkorn unterschiedliche Wirkstoffe zum Einsatz. Da unsere Pilzstämme als Erdkulturen direkt im Garten stehen und die Fruchtkörper später auf dem Teller landen, ist für uns die einfachste Lösung: Schnecken gar nicht erst an die Pilze herankommen lassen.

Unser Pilzgarten-Tipp

Schneckenschutz am besten aktivieren, bevor bzw. ab dem Erscheinen der kleine Pilzansätze.